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Können die Menschen in Zukunft unsterblich werden?

 

Antwort

Foto: ieva mangulis  / pixelio.de

Aus Sicht der Evolution ist es sinnvoll, dass Organismen sterben, um Platz für die nächste Generation zu schaffen, die dann vielleicht besser an die sich ändernden Umweltbedingungen angepasst ist. Schaut man sich die Arten auf der Erde an, so ist die Lebenserwartung sehr verschieden. Rekordhalter ist wohl ein antarktischer Riesenschwamm, dessen Alter auf 10.000 Jahren geschätzt wird. Und betrachtet man die Einzeller, wie etwa die Pantoffeltierchen, dann sind diese potenziell unsterblich, denn sie teilen sich immer weiter.
Eine angeborene Lebensspanne für uns Menschen gibt es nicht. Diese fundamentale Entdeckung gelang James W. Vaupel, Direktor am MPI für demografische Forschung in Rostock. Seit fast 200 Jahren steigt die Lebenserwartung der Menschen in den Industriestaaten kontinuierlich an, in jeder Dekade um etwa 2,5 Jahre. Gründe dafür sind u.a. Fortschritte in Hygiene und medizinischer Versorgung. Setzt sich dieser Trend fort, könnte jedes zweite heute geborene Kind 100 Jahre und älter werden.
Unsterblichkeit ist also prinzipiell möglich. Voraussetzung wäre allerdings, dass wir herausfinden, warum wir Menschen altern. Im Prinzip ist das Altern so eine Art „Selbstzerstörungsmechanismus“. Bestimmte Abwehrsysteme in den Zellen funktionieren nicht mehr, Reparaturprozesse werden nicht mehr ausgeführt, die Zellen teilen sich seltener. Die Menschen altern bis sie schließlich sterben.
Trotz großer Fortschritte in der Alternsforschung konnte die Frage, warum wir altern, noch nicht vollständig beantwortet werden. Zu klären ist u.a. wie interne Faktoren, beispielsweise die genetische Ausstattung eines Organismus, und externe Faktoren, wie beispielsweise die Nahrung oder Bewegung, zusammenwirken.
Zu bedenken ist: Der Tod ist für uns Menschen eine große Tragödie und doch – bisher – Teil des Lebens. Sollte sich dies in Zukunft ändern, wird das unser Welt- und Selbstverständnis tiefgreifend umwälzen.

Diese Frage beantwortete Dr. Susann Beetz vom „Ideen 2020“-Team.