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Gibt es Leben auf dem Mars? Gibt es Leben auf anderen Planeten? Gibt es Leben in anderen Galaxien?

 

Antwort

Foto: Carsten Przygoda  / pixelio.de

Noch ist kein direkter Nachweis von Leben auf einem anderen Himmelskörper als der Erde gefunden worden. Doch viele Wissenschaftler sind sich sicher, dass dies nur eine Frage der Zeit ist. Die Weltraumforschung sucht jedenfalls nach auf Kohlenstoff basierendem Leben, wie wir es kennen, und plant zukünftige Raumfahrt-Missionen dazu. In unserem Sonnensystem gilt neben dem Mars vor allem der Saturnmond Titan als Kandidat. Da der Ringplanet soweit außen im Sonnensystem liegt, ist dort zwar relativ kalt, doch der außen vereiste Saturn-Begleiter Titan wird durch die riesigen Gravitationskräfte seines Planeten so durchgewalkt, dass es unter der Eisoberfläche eine Schicht flüssigen Wassers gibt. Darin vermuten Forscher ideale Bedingungen für Leben.
Eine besondere Herausforderung bei Raumfahrt-Missionen wie den Mars-Rovern ist es dabei, nicht selbst Kleinstlebewesen von der Erde auf die zu untersuchenden Himmelskörper mitzubringen. Eine solche „planetare Verunreinigung“ würde Sensationsmeldungen über gefundenes Leben wertlos machen.
Neben der Suche nach außerirdischem Leben in unserem Sonnensystem suchen Astronomen auch nach so genannten Extrasolaren Planeten (kurz „Exoplaneten“), die andere Sterne als die Sonne umkreisen. Bis Mitte der 1990er Jahre waren diese zwar vermutet, aber nicht entdeckt worden. Seitdem hat man knapp 2000 Exoplaneten entdeckt. Einige davon befinden sich in der sogenannten „habitablen Zone“, also in einem Abstand von ihrem Zentralgestirn, das Temperaturen erlaubt, in denen Wasser flüssig vorkommen kann. Sie gelten ebenfalls als Kandidaten für die Suche nach außerirdischem Leben – auch wenn das dann nicht unbedingt intelligentes Leben sein muss.
Eine gesonderte Frage ist die der Zeit. Das Universum ist fast 14 Milliarden Jahre alt. Und in der Zukunft ist kein Ende absehbar. Verglichen mit dieser extrem langen Zeitskala ist das Aufkommen von intelligentem Leben auf der Erde erst einen Wimpernschlag her. Das Finden einer entwickelten Lebensform müsste ja nicht nur örtlich sondern auch zeitlich zusammentreffen, was die Wahrscheinlichkeit eines Treffers wieder verringert. Wenn man dann noch bedenkt, dass sich die Menschheit durch Krieg oder Umweltveränderung vielleicht selbst auslöschen könnte oder von einem kosmischen Einschlag ausgelöscht werden könnte, dann zeigt diese Überlegung, dass die Zeitintervalle ebenfalls ein Problem beim Entdecken anderer Lebensformen sind.

Diese Frage beantwortete Henning Krause aus der Abteilung Kommunikation und Medien der Helmholtz-Gemeinschaft.