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Was ist die effizienteste Maßnahme, um den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten?

 

Antwort

Effiziente Maßnahmen, um den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten, sind in erster Linie durch die Reduktion direkter CO2-Emissionen gegeben. Nur dadurch kann dem anthropogenen Treibhauseffekt, der zusätzlichen Erwärmung der Atmosphäre durch den Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen, effizient entgegengewirkt werden. Aber das Gedächtnis der Atmosphäre und die Abbauprozesse der Treibhausgase sind langfristig und wirken sich noch nach Dekaden aus. Modellergebnissen zufolge steigt nach dem Abschalten aller zusätzlicher CO2-Emissionen im Jahr 2000 die globale Mitteltemperatur der Erde bis 2100 trotzdem um weitere 0,4°C an. Bei ungebremster Treibhausgasemission sagen die Modelle einen Temperaturanstieg von bis zu 4,8°C bis zum Jahr 2100 (gegenüber dem Referenzzeitraum 1986-2005) im globalen Mittel voraus. Diesen Trend zu stoppen ist eine globale Aufgabe, die in vielen internationalen Klimaverhandlungen diskutiert und nun bei der UN-Klimakonferenz in Paris im Herbst 2015 verbindlich beschlossen werden soll. Bei diesem Klimagipfel soll ein Abkommen verabschiedet werden, das ab 2020 in Kraft tritt. Anders als das 1997 beschlossene und 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll, das Zielwerte für den Treibhausgasausstoß der Industrieländer formulierte, soll das Folgeabkommen nun für alle Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer Verpflichtungen zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen aller 194 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention vereinbaren. Nur durch eine ehrgeizige Reduktion der Treibhausgasemissionen kann das anvisierte Ziel einer Beschränkung der globalen mittleren Erwärmung auf nicht mehr als 2°C bis zum Jahre 2100 erreicht werden, für die angenommen wird, dass die Folgen noch beherrschbar seien.

Diese Frage beantwortete Dr. Klaus Grosfeld, Geschäftsführer von REKLIM, Helmholtz-Verbund „Regionale Klimaänderungen“.