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Sind wir auf die Veränderungen des Klimas vorbereitet?

 

Antwort

Es ist zu bedenken, dass es Klimaänderungen oder Klimawandel in der Erdgeschichte immer gegeben hat und auch weiterhin geben wird. Das Klima wird von vielen Faktoren beeinflusst, die auf unterschiedlichen Zeitskalen wirken: angefangen von der Verteilung der Kontinente auf der Erde (Zeitskala von Jahrmillionen), den Erdbahnparametern (ein Parameter wäre bspw. der Radius der Erdumlaufbahn um die Sonne, Zeitskala von 100.000 Jahren), bis hin zur Intensität der Sonnenstrahlung selbst (der 11jährige Schwabezyklus). Darüber hinaus wird das Klima durch die Wechselwirkungen zwischen den Komponenten des Klimasystems wie Atmosphäre, Ozean, Biosphäre, Kryosphäre und Landflächen beeinflusst.

Seit der Industrialisierung nimmt der Mensch aktiv Einfluss auf das Klima, indem er Landschaften verändert und die Zusammensetzung der Atmosphäre beeinflusst. Besonders das Kohlendioxid (CO2) trägt zum anthropogenen Klimawandel bei. Die atmosphärische Konzentration des CO2 ist seit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts deutlich angestiegen: von ca. 280 ppmV auf fast 400 ppmV.

Der Einfluss auf das Klima ist wie das Klimasystem selbst komplex und lässt sich z.B. im Anstieg der globalen Mitteltemperatur von ca. 0,85°C im Zeitraum von 1880 bis 2012 erkennen. Wie sich das Klima in der Zukunft weiter entwickeln wird, hängt sehr stark von der Entwicklung dieser atmosphärischen Treibhausgaskonzentrationen ab. Die Auswirkungen der Klimaveränderungen sind vielfältig. So können Dürren in bereits trockenen Regionen zunehmen oder es kann der Meeresspiegel ansteigen. Nur mit großen Anstrengungen können sich die Länder darauf vorbereiten, sei es in der Landwirtschaft und im Städtebau, im Verkehr oder im Küstenschutz. Die reicheren Länder können sich durch Anpassungs-und Schutzmaßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels erwehren. Doch der Klimawandel wirkt global und hat mittelbar oder unmittelbar regionale Folgen.

Ärmere Länder oder Länder mit hoher Bevölkerungsdichte in den Großdeltaregionen oder Küstenregionen, beispielsweise in Afrika und Asien, sind jedoch auf Hilfe angewiesen, da sie sich den klimainduzierten Folgen aus eigener Kraft nur schwer entgegensetzen können. Dies ist eine gemeinschaftliche globale Herausforderung, die durch die UN-Klimaverhandlungen in Paris im Herbst 2015 zu einem verbindlichen Abkommen (Kyoto-Nachfolgeabkommen) geführt werden soll.

Diese Frage beantwortete Dr. Klaus Grosfeld, Geschäftsführer von REKLIM, Helmholtz-Verbund „Regionale Klimaänderungen“.