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Wann wird es die nächste Eiszeit geben?

 

Antwort

Eiszeit

Verlauf der Treibhausgase Kohlendioxid (rot), Methan (blau), Lachgas (grün) und Deuterium (schwarz, als Indikator für die lokale Temperatur) in antarktischen Eisbohrkernen während der letzten 650.000 Jahre. Quelle: IPCC 2007, Abb. TS 1. , S. 24

Hierfür eine genaue Vorhersage zu geben ist nicht möglich. Das Verhalten der Atmosphäre wird zum größten Teil durch die Intensität der Sonneneinstrahlung bestimmt, die auf die Erde trifft. Veränderungen der Einstrahlung und der Verteilung der Strahlung auf der Erde beeinflussen aber auch den Strahlungshaushalt und das Klima der Erde. Die Intensität der Strahlung variiert mit langperiodischen Änderungen der Erdbahnelemente (Variationen in der räumlichen Beziehung zwischen Sonne und Erde). Aus den Kreiselbewegungen der Erdachse, den Schwankungen der Erdachsenneigung gegenüber ihrer Umlaufbahn um die Sonne und Veränderungen in der Ellipsenform der Erdbahn kommt es zu Klimazyklen. Beschrieben wurden diese Zyklen vom serbischen Astrophysiker und Mathematiker Milutin Milankovič. Diese zyklischen Veränderungen in der Erde-Sonne-Konstellation vollziehen sich in langen Zeiträumen und werden heutzutage als einer unter mehreren natürlichen Faktoren für Klimaänderungen mitverantwortlich gemacht, speziell für den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten bzw. von Eis- und Zwischeneiszeiten.

Der Wechsel von Kaltzeiten mit ausgedehnten Vereisungen (Glaziale) und Warmzeiten mit Gletscherrückgängen (Interglaziale) ist für die geologische Epoche des Quartärs kennzeichnend. So ereigneten sich innerhalb der letzten 800.000 Jahre acht Kaltzeiten und neun Warmzeiten. Die Dauer eines solchen Glazial-Interglazial-Zyklus beträgt im Mittel zwischen 80.000 und 120.000 Jahre. Die Abkühlungsphasen und Eisaufbau dauern viel länger als die Erwärmungsphasen mit Eisaufbau.

Warmzeiten haben eine mittlere Verweildauer von etwa 10.000 bis 15.000 Jahren, Kaltzeiten von 75.000 bis 85.000 Jahren. Der Übergang von einer Warmzeit zur nächsten Kaltzeit ist durch eine moderate Abkühlung geprägt, der Übergang von einem Glazial zum nachfolgenden Interglazial durch einen rapiden Temperaturanstieg. Die letzte Eiszeit endete vor 21.000 Jahren. Auf diesen Zeitskalen betrachtet könnten wir in circa 10.000 Jahren einer neuen Eiszeit entgegen gehen. Momentan ist der Mensch aber dabei, extrem stark in das Klimageschehen unserer Erde einzugreifen.

Diese Frage beantwortete das Team des Klimabüros für Polargebiete und Meeresspiegelanstieg am Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI).