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Sind Nanopartikel bereits in Medikamenten enthalten?

 

Antwort

Taxol(Paclitaxel)3D

3D Model des Wirkstoffs Paclitaxel.

Ja, es gibt schon einige Medikamente, die Nanopartikel enthalten. Die speziellen Eigenschaften dieser Materialien werden vor allem dazu genutzt, Wirkstoffe ganz gezielt an einen Ort im Körper zu bringen. So können Nanopartikel sogar die Blut-Hirn-Schranke überwinden und Arzneistoffe direkt ins Gehirn bringen, was für die Behandlung von neurologischen Erkrankungen hilfreich sein könnte. Zusätzlich kann durch spezielle Beschichtungen verhindert werden, dass das Immunsystem die Nanopartikel mit angehängtem Wirkstoff als fremd einstuft und bekämpft. Weitere Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich auch in der Diagnose, in dem Nanopartikeln derart modifiziert werden, dass sie nur an bestimmte Zellen – beispielsweise Krebszellen – binden, die dann mit bildgebenden Techniken wie der Magnetresonanztomographie dargestellt werden können.

Ein bekanntes Beispiel in der medizinischen Anwendung ist das seit 2009 in der EU zugelassene Medikament Abraxane, das für die Behandlung von Krebs eingesetzt wird. Bei diesem Medikament binden Nanopartikel das Protein Albumin, das wiederrum den Wirkstoff Paclitaxel bindet. Paclitaxel ist aufgrund seiner chemischen Eigenschaften schwer in Wasser löslich. Damit der Wirkstoff dennoch durch das Blut transportiert und von den Krebszellen aufgenommen wird, ist die Bindung an das gut lösliche Albumin nötig.

Diese Frage beantwortete Saskia Blank vom Ideen2020-Team.