Fragen & Antworten

Zurück zur Übersicht

Wie sieht die Verkehrsplanung der Zukunft aus?

 

Antwort

Stau

Foto: Alexander Blum (www.alexanderblum.de)

Selbst zu bestimmen, wann und wohin man fährt ist auch weiterhin ein verbreitetes Bedürfnis der individualisierten Gesellschaft. Dieses Bedürfnis erfüllen sich bislang viele Menschen mit dem eigenen Auto. In diesem Wunsch nach Selbstbeweglichkeit liegt aber auch ein Grund für die Attraktivität des Fahrrades, vor allem in Städten. Raumstrukturen und Siedlungsweisen einerseits und flexible Arbeitszeiten sowie gestiegene Freizeitfahrten andererseits sind Ursachen dafür, dass Verkehrsströme zunehmend „zerfasern“ und sich schwerer bündeln lassen. Die Verkehrsplanung der Zukunft wird daher stärker auf Vernetzung und gemeinsame Nutzungsformen abzielen. Außerdem wird sie auch das Thema Energie umfassen. Erst die Vernetzung der Verkehrslandschaft schafft die Voraussetzung, dass die bestehende Infrastruktur besser genutzt wird und vor allem der Stadtverkehr schneller und umweltfreundlicher wird. Der weitere Vorteil ist, dass damit alle städtischen Verkehrsmittel elektrisch betrieben werden können. Bahnen und Busse, (Carsharing-)Autos oder auch Elektrofahrräder lassen sich einfacher auf eine klimafreundliche Basis umstellen als der private Autoverkehr. Weitere Fahrten können z.B. mit Hybridautos unternommen werden – alles auf der Basis erneuerbarer Energien. Eine Reihe von Pilotprojekten hat in den letzten Jahren gezeigt: Das Teilen von Autos und Fahrrädern wird für viele Menschen eine Alternative, aber es gehört auch ein leistungsfähiger Öffentlicher Verkehr dazu.

Diese Frage beantwortete Prof. Dr. Andreas Knie (Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel). Mehr in seinem Buch „Schlaue Netz – Wie die Energie- und Verkehrswende gelingt“ (Oekom-Verlag 2013, zusammen mit Dr. Weert Canzler).