Fragen & Antworten

Zurück zur Übersicht

Was ist die Teller-Tank Debatte?

 

Antwort

Maisanbau

Foto: André Künzelmann, UFZ

Anfang 2007 brach in Mexiko die „Tortilla-Krise“ aus: Der Preis für Mais – Grundlage der Fladenbrote – war innerhalb weniger Wochen auf das Doppelte gestiegen und für viele Mexikaner unerschwinglich geworden. Ursache hierfür waren eine über die Jahre durch Exportsubventionen geschwächte Landwirtschaft in Mexiko und die stark wachsende Nachfrage nach Bioethanol in den USA. Der Mais wurde zu dem lukrativem Treibstoff verarbeitet und nicht mehr nach Mexiko geliefert, was dort wiederum einen starken Preisanstieg zur Folge hatte. Das Beispiel zeigt: Der Anbau von Biomasse zur Energieproduktion (neben Nutzpflanzen wie Getreide und Mais zum Beispiel auch Holz) kann in Konkurrenz zum Nahrungsanbau treten, weil es nicht beliebig viele Anbauflächen gibt und diese nicht immer nach besten Möglichkeiten genutzt werden. Die kurze Formel „Tank oder Teller“ bringt die Debatte um die Konkurrenz von Lebensmittel- vs. Energiepflanzenproduktion auf den Punkt. Daher erforschen Wissenschaftler, wie etwa Bioabfälle zur Produktion von Biokraftstoffen genutzt werden können und entwickeln energiesparsame Kultivierungs- und Extraktionsmethoden für die Gewinnung von beispielsweise Algenölen für die Biodieselproduktion.

Diese Frage beantwortete Prof. Dr. Daniela Thrän, Leiterin des Departments „Bioenergie“ am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Doris Böhme, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am UFZ, und Paul Trainer, Mitarbeiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ).