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Wie viel Energie braucht man, um eine Photovoltaikzelle zu bauen?

 

Antwort

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Foto: Georg Slickers, CC BY-SA 3.0

Die Menge der aufgewendeten Energie, die für die Herstellung einer Zelle benötigt wird, unterscheidet sich je nach Zelltechnologie. Laut einer Studie von Murphy & Spitz vom November 2009 bedürfen insbesondere multi- und monokristalline Solarzellen aufgrund der aufwendigeren Herstellung des Siliziums mehr Energie als Dünnschichtzellen. Eine Ausnahme bilden Zellen, die nach dem String-Ribbon-Verfahren produziert werden. Diese Zellen werden zwischen zwei Fäden direkt aus der Siliciumschmelze gezogen. Daher fallen im Herstellungsprozess keine Sägeverluste an wie bei kristallinen Modulen. Der Energieaufwand für die Herstellung ist ähnlich wie bei Dünnschichtzellen.
Eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung des Energieaufwands für die Herstellung von Solarzellen ist die Energierücklaufzeit. Diese beschreibt die Anzahl der Jahre, die das System in Betrieb sein muss, um die Energie zu erzeugen, die für seine Herstellung benötigt wurde. Dabei werden nicht nur alle Komponenten der Anlage berücksichtigt, sondern auch die Energieaufwendungen, die für deren Recycling gebraucht werden. Laut dem EPIA Sustainability Working Group Fact Sheet von 2011 beträgt die durchschnittliche Energierücklaufzeit für Solarzellen für einen Standort in Deutschland mit einer mittleren globalen horizontalen Jahreseinstrahlung etwa 2 Jahre. Bei einer Lebensdauer einer Solarzelle von mindestens 20 Jahren erzeugt diese dann 10-mal mehr Energie als zu ihrer Herstellung benötigt wurde.

Diese Frage beantwortete Dipl. Kfm. Robert John Doelling vom Fachmagazin www.energie-experten.org.