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Leben wir bald in der Cloud?

 

Antwort

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Bild: Fraunhofer IAO |
www.CLOUDwerker.de

Die „Cloud“ oder besser „Cloud-Computing“ (zu Deutsch „Rechnen in der Wolke“) ist ein Ansatz der Informationstechnik, der weit über die reine Nutzung der Rechenleistung hinausgeht. Die Idee ist, IT-Infrastrukturen, wie etwa Datenspeicher, Rechenleistung und auch Software an einen Dienstleister auszulagern. Die Anwendungen der Daten befinden sich dann nicht mehr auf lokalen Rechnern, sondern in der „Wolke“. Der Zugriff auf die auch geografisch weit entfernten Systeme erfolgt über ein Netzwerk, beispielsweise über das Internet.
Die zunehmende Nutzung von Cloud-Diensten ist nicht mehr aufzuhalten. Kaum ein neues Software-Produkt kommt noch ohne Verbindung zur Cloud aus. Die Hersteller von Smart Phones und Tablets folgen dem Trend, denn die Cloud erfüllt den Wunsch der Anwender, von überall und zu jeder Zeit auf alle Fotos, alle Musiktitel und alle anderen Daten zugreifen zu können. So gesehen findet ein Teil unseres Lebens bereits in der Cloud statt.
Aus Sicht der IT-Sicherheit lassen viele der heutigen Cloud-Angebote starke Mechanismen zum Schutz der Privatheit und Vertraulichkeit vermissen. Hier fehlt es an Technik und auch am Bewusstsein der Nutzer. Ein kostenloses Spiel, das die nächste Ebene nur freigibt, wenn der Nutzer Zugriff auf sein gesamtes Adressbuch gewährt, ist nicht wirklich kostenlos, sondern lässt den Nutzer mit seinen Daten bezahlen. Die Förderung des bewussten Umgangs mit Cloud-Diensten ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die durch das interdisziplinäre Zusammenspiel von Soziologen, Medienwissenschaftlern, Juristen und Informatikern zu lösen ist.

Diese Frage beantwortete Michael Herfert vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT.