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Warum darf man pro Woche nur 300-600 Gramm Fleisch essen?

 

Antwort

Reindeer_steak

Foto: FotoosVanRobin, CC BY-SA 2.0

Fleisch ist schon lange ein besonderes Lebensmittel der Menschen, dass bis in die 1950er Jahre traditionell ein bis zweimal in der Woche verzehrt wurde. Danach wurde und wird Fleisch durch den steigenden Wohlstand sowie durch die Entwicklung der Massentierhaltung und dem Preisverfall von Fleisch täglich und oft mehrmals täglich verzehrt (morgens Aufschnitt, mittags ein Stück Fleisch und abends Aufstrich). Bei der gleichzeitig abnehmender körperlichen Aktivität der Menschen hat sich dieser häufige Verzehr von Fleischprodukten als gesundheitlich ungünstig erwiesen. Besonders Herzkreislauferkrankungen aber auch Krebskrankheiten (durch rotes Fleisch: Rind, Schwein, Schaf) stehen in Verbindung mit dem hohen Verzehr von Fleischprodukten. Vom Konsum gepökelter und geräucherter Fleischprodukte wird wegen des Zusammenhangs mit Krebs ganz abgeraten. Der ungünstige Einfluss von Fleisch auf die Gesundheit wird auch mit der Verdrängung der gesundheitsfördernden pflanzlichen Lebensmittel in der Kost begründet.
Neben den gesundheitlichen Überlegungen hat die Produktion von Fleisch einen Einfluss auf das Klima (Methanproduktion von Rindern; Futtermittelanbau in Ländern die dafür Regenwälder abholzen) und auf die Belastung der Ackerböden und des Grundwassers (Gülle, Nitrat). Aus all diesen Gründen sollte der Fleischkonsum reduziert oder ganz aufgegeben werden, aber möglichst 300-600 Gramm pro Woche nicht überschreiten. Weniger ist mehr.

Diese Frage beantwortete der Gießener Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann.