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Wie funktioniert die Elektronische Patientenakte?

 

Antwort

Bild 1

Foto: Fraunhofer FOKUS

Die Elektronische Patientenakte (ePa) ist eine geplante Datenbank, in der die Patientengeschichte, Behandlungsdaten, Medikamente und weitere Gesundheitsdaten von Inhabern einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) einheitlich gespeichert werden sollen. Bürgerinnen, Bürgern und Ärzten bietet sie die Möglichkeit, medizinische Daten einfach und sicher in elektronischer Form auszutauschen und zu nutzen. Mit Hilfe dieses medizinischen Kommunikationsnetzes kann der Patient seinem Arzt so z.B. seine aktuellen Medikationsdaten zur Verfügung stellen und seine Behandlung optimieren. Ziel ist es, eine bessere medizinische Versorgung zu ermöglichen und das Gesundheitsmanagement für Patienten und Ärzte zu verbessern. Dabei kommt den Themenbereichen Nutzerfreundlichkeit, Datenschutz und Datensicherheit eine besondere Bedeutung zu. Jeder Bürger kann die Daten, die auf der Akte gespeichert werden sollen, individuell bestimmen. Der Patient erhält die von seinen Ärzten erstellten Daten als Kopie und verwaltet diese eigenständig in einem Speichersystem. Als Speichersystem kann ein USB-Stick oder ein Datendienst genutzt werden. Die Daten werden jeweils verschlüsselt, also nicht für Dritte lesbar, auf den Speichersystemen gehalten.

In welchen Fällen dürfen dritte, wie Versicherungen darauf zugreifen?

Es können nur vom Bürger berechtigte Ärzte auf seine verschlüsselte Patientenakte zugreifen. Vom Bürger autorisierte Dritte haben über eine „Bürger-Schnittstelle“ ebenfalls Möglichkeiten zur Aktennutzung. Es ist kein Zugriff durch eine Versicherung möglich.

Und sucht sich der Arzt seine Patienten dann aus?

Diese Frage ist missverständlich, da es zumindest bei Kassenärzten eine ärztliche Behandlungspflicht gibt. Umgekehrt könnte sich ein Patient aufgrund der freien Arztwahl diejenigen Ärzte heraussuchen, welche bereit sind, seine medizinischen Daten in eine digitale Patientenakte zu speichern.

Die Fragen beantwortete Raik Kuhlisch vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS.