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Vereinsamen die Menschen durch die zunehmende Anzahl an sozialen Netzwerken? Wie sieht die Entwicklung aus, wenn Kinder heute keine richtigen Freunde (nur Facebook-Freunde) haben und Chats persönliche Gespräche ersetzen?

 

Antwort

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Foto: Alexandra H. / pixelio.de

Ein Zusammenhang zwischen der Facebook-Nutzung und Einsamkeitsgefühlen sowie anderen Anzeichen emotionalen Wohlbefindens oder Unwohlseins konnte bisher nicht eindeutig wissenschaftlich nachgewiesen werden. Ob und wie sich Social Media auf das Gefühlsleben auswirken, scheint vor allem davon abzuhängen, wie sie genutzt werden. So stellten Forscher fest, dass eine passive Facebook-Nutzung das Einsamkeitsgefühl verschlimmern kann. Die gezielte Kommunikation über soziale Netzwerke dagegen hat Untersuchungen zufolge eine positive Wirkung und verringert negative Gefühle wie Einsamkeit. Insgesamt ergab unsere Auswertung der bisherigen Untersuchungen, dass die aktive Nutzung von Social Media (z. B. durch eigene Posts) das Wohlbefinden eher fördert, während die passive Nutzung zwiespältige Auswirkungen haben und unter anderem Neidgefühle auslösen kann, die wiederum zu einer allgemein geringeren Lebenszufriedenheit führen.
Da Chats eine aktivere Form der Facebook-Nutzung sind, kann man hier von einer positiven Wirkung ausgehen. Allerdings nimmt das Chatten auch viel Zeit ein und kann daher die Lernaktivität beeinträchtigen. Um die Dynamik von Facebook-Nutzung und persönlichem Wohlbefinden besser verstehen zu können, müssen wir das Phänomen jedoch noch genauer erforschen. Deutsche Forscher führen gerade eine Untersuchung durch, die wahrscheinlich Antworten auf viele dieser Fragen liefern kann. Für die Studie haben Teenager in Deutschland ihre Facebook-Aktivitäten in einer Art Tagebuch protokolliert, sodass zuverlässige Daten zur Nutzung des Netzwerks vorliegen.

Diese Frage beantwortete Dr. Hanna Krasnova, Assistenzprofessorin am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern (Schweiz).