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Wird es in Zukunft fliegende Autos geben?

 

Antwort

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Foto: Gareth Padfield, Flight Stability and Control

Seit 100 Jahren tüftelt man an einem fliegenden Auto. Was wären die Vorteile? Die teuren Straßen würden wegfallen, man würde schneller vorankommen, der Luftraum könnte viel mehr Verkehr aufnehmen als das Straßennetz, und Wohngebiete könnten umflogen werden. Um dies Wirklichkeit werden zu lassen, gilt es jedoch noch, etliche Herausforderungen zu bewältigen: Gelingen muss es, fliegende Autos so zu gestalten, dass diese relativ kostengünstig produziert und so für nahezu jedermann erschwinglich werden können – und das bei minimaler Belastung für die Umwelt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherheit. Eine Fehlfunktion in der Luft hätte deutlich fatalere Folgen als auf der Erde. Auch das Management verschiedener Flugkorridore in drei Dimensionen ist eine Herausforderung. Nicht zuletzt müsste sich das Fahrverhalten grundlegend ändern. Die mögliche Einführung von fliegenden Autos hat also auch eine gesellschaftliche Dimension.
Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz forschen gemeinsam im EU-geförderten Forschungsprojekt myCopter, unter welchen Bedingungen Fliegen einfach und gesellschaftlich akzeptiert sein kann wie Autofahren. Die Wissenschaftler sind sich einig: Allein mit den technischen Grundlagen ist es nicht getan. Deshalb forscht beispielsweise die Arbeitsgruppe um Professor Bülthoff am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen an den Schnittstellen und Wechselwirkungen zwischen Mensch und Maschine. Wie viel Kontrolle und Navigation kann und muss automatisiert werden? Wie viel Kontrolle muss der Mensch über das Vehikel behalten? Wie muss die Bedienung funktionieren, damit jeder Autofahrer zum Piloten werden kann?
Derzeit gibt es weltweit einen richtigen Forschungsboom. Die Wissenschaftler sind optimistisch: In zehn Jahren könnten die Autos fliegen – vorausgesetzt, die Menschen lassen sich fürs Fliegen begeistern.

Die Frage beantwortete Prof. Dr. Heinrich H. Bülthoff, Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen.