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Was wird sich im Bildungsbereich verändern?

 

Antwort

Scout_Schulranzen

Foto: Volker06, CC BY-SA 3.0

Die zukünftige Entwicklung des Bildungsbereiches kann wissenschaftlich fundiert nicht eindeutig prognostiziert werden. Das hängt von zu vielen Variablen ab – und sei es nur durch die bei Wahlen herbeigeführten politischen Weichenstellungen. Was wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aber sagen können, ist, wo zentrale Handlungsfelder liegen, wenn wir uns aktuelle Entwicklungen anschauen. Zwei Befunde möchte ich hier hervorheben. Da wäre zum einen der demografische Wandel, der unter anderem dazu führt, dass der Anteil älterer gegenüber jüngerer Menschen stetig zunimmt. Das Bildungssystem muss hierauf an vielen Stellen reagieren. Zum Beispiel wird folglich die absolute Zahl an Schülerinnen und Schülern im allgemeinbildenden Schulsystem sowie im Ausbildungssystem sinken. Zugleich steigt der Bedarf an Angeboten des lebenslangen Lernens. Zum anderen wäre zu nennen, dass in Deutschland immer noch ein sehr hoher Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungserfolg besteht. Dieser Zusammenhang muss aufgebrochen werden, wollen wir nicht große Bildungspotenziale brachliegen lassen. Die Wissenschaft ist gefordert, hierfür Möglichkeiten zu identifizieren und Maßnahmen zu entwickeln. Umgesetzt werden müssen sie allerdings von der Bildungspolitik und der Bildungspraxis. Ansatzpunkte sind beispielsweise ein Ausbau der frühkindlichen Förderung, von qualitativ hochwertigen Ganztagsschulangeboten und von adaptiven Lernumgebungen – und dies vor dem Hintergrund einer Öffnung des Bildungssystems.

Diese Frage beantwortete Prof. Dr. Kai Maaz, Direktor der Abteilung „Struktur und Steuerung des Bildungswesens“ am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF).