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Wie baut man in Zukunft Muskeln auf?

 

Antwort

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Foto: Juergen Jotzo / pixelio.de

Eine Methode um in der Zukunft Muskeln aufzubauen, könnte die Elektrische Muskelstimulation (EMS) darstellen. Das Verfahren der Elektrostimulation wird schon seit einigen Jahren in der Reha eingesetzt, um Muskelschwund etwa nach Verletzungen zu verhindern. Auf die Haut geklebte Elektroden stimulieren die betroffene Muskulatur, ohne dass sie aktiv bewegt werden muss. Nun hat das EMS-Training auch seinen Weg in die Fitnessstudios gefunden. Bei normaler körperlicher Anstrengung leiten Nerven elektrische Impulse an die Muskeln, die sich daraufhin zusammenziehen. Beim EMS-Training kommt der Befehl an die Muskeln nicht vom Gehirn, sondern von außen durch niedrigen Reizstrom. Bei häufigem Zusammenziehen wird der Muskel größer, die Muskelfasern verdicken sich, unabhängig davon, woher der elektrische Impuls kommt. Durch Frequenzänderungen können beim EMS-Training verschiedene Bereiche des Muskelfaserspektrums stark beansprucht werden. Bei reinem Gerätetraining beispielsweise spannen sich zuerst die roten, ausdauernden und anschließen die schnellen, weißen Muskelfasern an. Bei der EMS können fast alle Muskelfasern aktiviert werden. Wir werden jedoch nicht darum herum kommen, uns weiterhin zu bewegen, wenn wir eine maximale Leistung erzielen wollen. Ein Kombinationstraining aus EMS und anderen sportlichen Aktivitäten ist dafür am sinnvollsten. Und: Damit wird rundum fit und gesund bleiben, sollte nicht nur Muskelaufbau zu unserem Training zählen. Wir brauchen auch Ausdauer und Koordinationsfähigkeit. Außerdem ist das EMS-Training nicht für jeden geeignet. Insbesondere Menschen mit Herzschrittmachern, Implantaten, Epilepsie, Sensibilitätsstörungen und auch Schwangeren wird vom EMS-Training abgeraten.

Die Frage beantwortet Saskia Blank aus dem Ideen 2020-Team mit Hilfe von Prof. Heinz Kleinöder, Leiter Abteilung Kraftdiagnostik und Bewegungsforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln.