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Wird es möglich sein, eines Tages Krebserkrankungen ganz zu verhindern?

 

Antwort

Foto: DKFZ, Philip Benjamin

Zahlreiche Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der Krebsentstehung. Wissenschaftler untersuchen die Erbinformation und Stoffwechselwege von Tumorzellen. Zunehmend kennt man solche Veränderungen, an denen man in der Therapie und zukünftig womöglich auch in der Vorbeugung von Krebserkrankungen ansetzen kann.
Ein großer Erfolg war beispielsweise die Entdeckung des Humanen Papilloma-Virus (HPV) als Verursacher von Gebärmutterhalskrebs und die Entwicklung eines Impfstoffs, der vor der Infektion schützt.
Auch die Entdeckung und Behandlung von Krebsvorstufen trägt dazu bei, Krebs zu verhindern. Ein Beispiel hierfür ist die Entfernung von Darmpolypen im Rahmen einer Früherkennungs-Darmspiegelung.
Von vielen Krebserkrankungen kennt man die Ursachen bisher jedoch nicht oder die bekannten Auslöser lassen sich nicht vermeiden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht allerdings davon aus, dass sich schon jetzt 30 Prozent der Krebserkrankungen verhindern ließen, würde man die schon bekannten Lebensstil-abhängigen Risikofaktoren wie beispielsweise Tabakrauchen, Bewegungsmangel, Ernährungsfehler und Übergewicht meiden. Vermeidbare Risiken am Arbeitsplatz und Umwelteinflüsse können bei verschiedenen Krebsarten ebenfalls eine Rolle spielen.
Aber letztlich ist eine Krebserkrankung immer auch schicksalhaft. Sie hängt auch von unserer ganz individuellen Veranlagung, unseren Genen ab. Durch die ständige Erneuerung unserer Körperzellen und der damit verbundenen Weitergabe der Erbinformation sind fehlerhafte Abschriften der Erbsubstanz vorprogrammiert. Jeder Mensch hat für diese „genetischen Unfälle“ allerdings Reparaturmechanismen in seinen Zellen. Und bei irreparablen Schäden wird die Zelle aussortiert und stirbt ab. Dies funktioniert jedoch nicht immer hundertprozentig: Auch diese Vorgänge sind im Erbmaterial verankert und können im Laufe des Lebens geschädigt werden. Mit zunehmendem Alter häufen sich Fehler im Erbgut an und das Krebsrisiko steigt.
Je mehr man über die Krebsentstehung weiß, umso besser kann man vorbeugen. Trotzdem wird es wohl nicht gelingen Krebs auszurotten, wie das zum Beispiel durch die Impfung bei den Pocken gelungen ist. Zu komplex und vielfältig sind die Wege, auf denen sich Krebszellen entwickeln können.
Aber die drei beschriebenen Wege bringen uns dem Ziel näher, dass Krebs seltener wird und erfolgreicher behandelt werden kann: Vorbeugung, Früherkennung und immer bessere und individuell angepasste Behandlung.

Die Frage beantwortete Dr. Regine Hagmann vom Krebsinformationsdienst KID.
Wenn Sie sich eingehender zu dem angesprochenen Thema informieren möchten, besuchen Sie die Internetseiten des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums, zum Beispiel:

Krebsentstehung und Metastasenbildung: Was ist Krebs?
Krebsforschung – Neue Verfahren, neue Medikamente, klinische Studien