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Wird es in ferner Zeit ein Heil- oder Gegenmittel gegen Alzheimer-Demenz geben?

 

Antwort

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Foto: Forschungszentrum Jülich

Weltweit arbeiten Alzheimer-Forscher an neuen Therapiemöglichkeiten. Die heute verfügbaren Medikamente können die Krankheit nicht heilen, aber ihren Verlauf verzögern, bzw. eine gewisse Zeit stabilisieren. Zusätzlich gibt es medikamentöse Behandlungen, die Erregungszustände, Depressionen oder psychotische Symptome (Halluzinationen oder Verwirrung), welche im Laufe der Erkrankung auftreten können, mildern helfen. Nichtmedikamentöse Therapien sind häufig ebenfalls darauf ausgerichtet, Begleitsymptome der Alzheimer-Krankheit abzumildern oder die Denk- und Merkfähigkeit zu verbessern. Weitere nichtmedikamentöse Ansätze wurden entwickelt, um die Alltagskompetenzen der Patienten zu stärken und Angehörige zu unterstützen.

In der Alzheimer-Forschung werden verschiedene Richtungen verfolgt. Viele Forscher versuchen Wirkstoffe zu entwickeln, die alzheimertypische Eiweiß-Verklumpungen im Gehirn entweder gar nicht erst entstehen lassen oder diese auflösen – bislang konnte dadurch aber keine eindeutige kognitive Verbesserung beim Menschen erreicht werden. Darüber hinaus gibt es Ansätze mit Wirkstoffen, die schon für die Behandlung von anderen Krankheiten zugelassen sind – z.B. entzündungshemmende Medikamente. Generell setzt sich die Erkenntnis durch, dass in einer möglichst frühen Phase der Erkrankung eingegriffen werden muss, da eine Therapie bei bestehenden Hirnveränderungen möglicherweise bereits zu spät käme. Deshalb wird versucht, in Studien mit neuen Wirkstoffen immer früher anzusetzen. Gleichzeitig wird an einer sicheren und verlässlichen Frühdiagnose geforscht.

Diese Frage beantwortete Christian Leibinnes von der Alzheimer Forschung Initiative e.V.