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Warum wird der Algentreibstoff nicht praktisch angewendet?

 

Antwort

Energie

Foto: KIT, Lilith Paul

Algen sind die neuen Hoffnungsträger unter den Energiepflanzen: Einige Arten erzeugen 50 Mal so viel Öl pro Hektar wie Raps. Bis Treibstoff aus Algen tatsächlich in unsere Autotanks gelangt, muss aber noch viel wissenschaftliche Forschung betrieben werden. Auch wirtschaftliche Aspekte müssen genau betrachtete werden.

So arbeiten Ingenieure an energiesparsamen Kultivierungs- und Extraktionsmethoden für die Gewinnung von Algenölen, die für die Biodieselproduktion genutzt werden können. Auch die Entwicklung von sogenannten Photobioreaktoren ist ein intensiv beforschtes Thema. In diesen speziellen Behältnissen (siehe Bild) wachsen die Algen heran. Die Photobioreaktoren müssen zum einen preiswert genug sein, um durch die Wertschöpfung – nämlich die pro Jahr gewonnene Biomasse – finanziell abgedeckt zu sein. Das wären etwa 40 Euro pro Quadratmeter Standfläche. Zum anderen muss die Versorgung der Algen mit den Nährstoffen – insbesondere Kohlenstoffdioxid – energetisch günstig sein. Außerdem sind noch viele Fragen, die die Langzeitstabilität dieser speziellen Bioreaktoren betreffen, offen und müssen in Feldversuchen aufgedeckt und bearbeitet werden. Das Karlsruher Institut für Technologie ist zum Bespiel an einer Outdoor-Anlage in Brisbane beteilig. Dort werden real existierende Probleme untersucht, wie beispielweise optimale Erntezyklen, Temperatureinfluss und biologische Stabilität.

Die Frage beantwortete Saskia Blank vom Ideen 2020-Team in Abstimmung mit Professor Clemens Posten, Leiter des Bereichs Bioverfahrenstechnik am Karlsruher Institut für Technologie, der sich dort mit der Entwicklung von Photobioreaktoren beschäftigt.