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Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Lichtintensität von Glühlampen und krebs-ähnlichen Auswirkungen?

 

Antwort

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Foto: Lisa Spreckelmeyer / pixelio.de

Derzeit gibt es keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen, die sich mit dem Zusammenhang der Lichtintensität speziell von Glühbirnen und dem Auftreten von Krebs oder krebs-ähnlichen Effekten beschäftigen. Nachtarbeit, Schichtarbeit, nächtliches Licht und Schlafmangel werden dagegen seit einiger Zeit intensiv als Krebsrisikofaktoren erforscht. Es gibt viele Hinweise darauf, dass diese Faktoren, einzeln oder zusammen genommen, das Krebsrisiko für mache Tumorarten wie etwa Brustkrebs steigern. Die Art der Lichtquelle, ob Glühbirne oder Leuchtstoffröhre, wurde jedoch nicht mit berücksichtigt.

Die genauen biologischen Mechanismen dahinter sind noch unklar. Die internationale Krebsforschungsagentur (IARC) kommt zu dem Ergebnis, dass Schichtarbeit, die eine Störung des Tag-Nacht-Rhythmus beinhaltet, wahrscheinlich krebsauslösend ist. Diese Beurteilung fußt überwiegend auf Ergebnissen von Tierversuchen. Bei Menschen lässt sich bisher nur Folgendes sagen: Wird ein Mensch während der Nacht Licht ausgesetzt, vermindert sich die Melatoninproduktion umgehend. Diese Verminderung ist abhängig von der Lichtintensität, der Wellenlänge des Lichtes und der Dauer der Beleuchtung. Um den tatsächlichen Einfluss der Beleuchtungsintensität während Nacht- und Schichtarbeit auf das Krebsrisiko beim Menschen zu bestimmen, sind jedoch weitere Studien notwendig. Viele Forscher gehen auch davon aus, dass die Summe von Risikofaktoren, unter denen Menschen bei Schichtarbeit leiden, die Krebsförderung bewirken könnte. Dazu würden auch sekundäre Faktoren gehören, wie etwa ungesundes Essen, ein höherer Alkohol- und Zigarettenkonsum, weniger Bewegung.

Diese Frage wurde durch Dr. Beatrice Kunz vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums beantwortet. Der Krebsinformationdienst ist eine Anlaufstelle für alle Fragen zu Krebs. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten beantworten die Fragen von Ratsuchenden per E-Mail, Anruf oder in Heidelberg und Dresden auch bei einem persönlichen Gespräch.