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Überkompensieren Entwicklungsländer die ökologischen Einsparungen, die durch den Einsatz von umweltfreundlichen und energiesparenden Technologien in Industriestaaten bewirkt werden?

 

Antwort

PflŸgen, Sahelzone

Foto: Albrecht E. Arnold / pixelio.de

Es klingt plausibel, dass Entwicklungs- und Schwellenländer durch ihr rasantes Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum große Mengen an Ressourcen benötigen, deren Verbrauch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben kann. Diese Auswirkungen einzudämmen, fällt diesen Ländern aufgrund ihres Entwicklungstandes schwerer als Industriestaaten. Letztere stehen wesentlich mehr (vor allem finanzielle) Mittel zur Verfügung, um umweltfreundliche und energiesparende Technologien zu entwickeln.

Tatsächlich aber entfallen 60 bis 70 Prozent der globalen Ressourcenverbräuche und Emissionen auf die Industrienationen. Dies ist durch den deutlich höheren Pro-Kopf-Verbrauch zu erklären, der auf den vergleichsweise luxuriösen Lebensstil zurückzuführen ist. Solange die Industrieländer ihre Produktions- und Konsummuster nicht ändern, werden sie weiterhin die Hauptverursacher der ökologischen Probleme sein.

Es ist also zweifellos wichtig und sinnvoll, „vor der eigenen Haustür zu kehren“. Damit können die Industrienationen eine Vorbildwirkung auf Entwicklungs- und Schwellenländer haben. Gerade die in Deutschland beschlossene Energiewende wird von Schwellenländern wie Brasilien und China mit großem Interesse verfolgt.

Diese Frage beantwortet Saskia Blank vom Ideen 2020-Team in Absprache mit Jürgen Kopfmüller, Leiter des Forschungsbereichs „Nachhaltigkeit und Umwelt“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS).