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Wie ist das Implantieren von RFID Chips in Personen zur Kontrolle und Überwachung dieser vertretbar, z.B. zur Markierung von Senioren?

 

Antwort

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Foto von einer Hand mit implantierten RFID-Chip, neben dem RFID-Leser. Quelle: Amal Graafstra (ishmell) (CC BY-SA 2.0)

Im November 2004 erteilte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA der Firma Applied Digital Solutions die Genehmigung, deren RFID-Chip „VeriChip“ am Menschen zu testen. Sie wurden freiwilligen Testpersonen implantiert. Das avisierte Anwendungsspektrum reicht vom einfachen Identifizieren, um etwa durch eine Absperrung zu kommen bis hin zur Speicherung von Gesundheitsdaten.
Die Anwendung bei Menschen ist sehr umstritten. Zum einen können gesundheitliche Schädigungen nicht völlig ausgeschlossen werden. Bei Tieren kann es beispielsweise zu Krebserkrankungen kommen. Zum anderen kann das Auslesen der Daten vom „Träger“ völlig unbemerkt geschehen; so könnte jeder Schritt der Person nachvollzogen werden, Unbefugte könnten Gesundheitsdaten auslesen.
Prinzipiell hat jeder Mensch das Recht, über die Zugänglichkeit seiner Daten für andere selbst zu entscheiden. Auch darf niemandem etwas gegen seinen Willen implantiert werden. Es bleibt die Frage, wozu so ein implantierter RFID-Chip gut wäre. Warum muss der Chip implantiert werden?
Die Frage zielt auf Senioren, die eventuell besondere und potentiell lebensbedrohliche Gesundheitsprobleme haben. Hier gäbe es die Möglichkeit eines Patientenarmbands mit einem integrierten RFID-Chip, der alle relevanten Informationen enthält. Auch die „Überwachung“ von beispielsweise dementen und eventuell orientierungslosen Patienten wäre so möglich.
Wichtig ist bei all diesen vorstellbaren Anwendungen, dass der/die Nutzer/innen umfassend über den Einsatzzweck und eventuelle Folgen informiert sind. Weiter müssen vor der Einführung von derartigen Anwendungen Fragen zur IT-Sicherheit und Datensicherheit geklärt sein. Die Vertraulichkeit der gespeicherten und der übertragenden Daten muss durch Verschlüsslung sichergestellt sein.

Diese Frage beantwortete Susann Beetz vom Ideen 2020-Team in Absprache mit Dirk Bungard von „Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und Informationsfreiheit“.